Nepomuk
Foto von der Preisübergabe an Susanne Futterleib
Susanne Futterleib ist dieshährige Preisträgerin des Theodor-Ziehen-Preises der TGNPK. Foto: Christian Häcker

Wissenschaftspreis geht an die Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik

Der Theodor Ziehen Preis darf ein weiteres Jahr im Katholischen Krankenhaus bleiben. Der Preis wird alljährlich von der Thüringer Gesellschaft für Psychiatrie, Neurologie und Kinder- und Jugendpsychiatrie ausgelobt und an den besten Vortrag eines Nachwuchswissenschaftlers im Rahmen der Jahrestagung verliehen. In diesem Jahr überzeugte Susanne Futterleib aus der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik des Katholischen Krankenhauses Erfurt mit ihrem Case Report eine Expertenjury und die Kongressteilnehmer.

Es waren dramatische Tage für die Eltern einer jungen Frau, die sich hilfesuchend an uns wendeten. Ihre bislang unauffällige, gut ausgebildete und in einer Beziehung lebende Tochter veränderte urplötzlich ihr gesamtes Verhalten. Die Situation eskalierte als die Tochter psychotisch wurde. Eine tiefe Beinvenenthrombose nach Aufnahme in unsere Klinik komplizierte das Bild zusätzlich. Es dauerte nicht lange, da fandenAssistenzärztin Susanne Futterleib und Oberarzt Dr. med. Martin Walther heraus, dass es sich um eine seltene neuropsychiatrische Manifestation eines systemischen Lupus erythematodes handelte. Nachdem wir auf der richtigen diagnostischen Fährte waren, gelang es in Zusammenarbeit mit unserem Nachbarkrankenhaus die Patientin erfolgreich zu behandeln.

Durch einen bestehenden Kontakt zu den Eltern konnten wir in der Langzeitbeobachtung in Erfahrung bringen, dass es der jungen Frau wieder gut geht und sie wieder komplett hergestellt ist. Diesen Case Report trug Susanne Futterleib auf der 93. Jahrestagung der Thüringer Gesellschaft für Psychiatrie, Neurologie und Kinder- und Jugendpsychiatrie vom 13. bis 14. April 2018 am Universitätsklinikum Jena vor. Mit ihrem Beitrag konnte sich die Assistenzärztin aus unserer psychiatrischen Klinik gegen sechs Beiträge aus dem Universitätsklinikum Jena und einem Beitrag aus dem Klinikum Suhl durchsetzen.

Die Preisverleihung erfolgte aufgrund eines Votums einer Expertenjury in Kombination mit einem OnlineTED-Verfahren. Nachdem der Theodor Ziehen Preis bereits im Jahre 2017 an Maria Widder ging, darf er nun ein weiteres Jahr im Katholischen Krankenhaus verbleiben. Nach 2010 (Jan Bradtka) und 2011 (Herr Dr. Patrice Brell) geht der Preis nun zum 4. Mal an unsere Klinik. Einen wesentlichen Grund sehen wir auch in den strukturierten und guten Weiterbildungsbedingungen in unserer Abteilung. Trotz aller Routinearbeit und Beanspruchung im klinischen Alltag legen wir Wert auf ausreichende Zeiten für die klinische Weiterbildung. Dies umfasst nicht nur regelmäßige Teilnahme an Fortbildungsveranstaltungen sondern vor allem im Alltag klinische Lehrvisiten, Fallvorstellungen im Kollegenkreis, Supervision und stetige Nachfragemöglichkeiten. Dass gute Ausbildung, wissenschaftlicher Erfolg und Nutzen für den Patienten unmittelbar zusammen gehören, zeigt dieser Case Report eindrucksvoll.

Theodor Ziehen selbst würde vermutlich auch stolz sein. Sein Herz schlug immer mehr für die Philosophie als für die Medizin. Immer wieder betonte er, dass er sich nicht vom Alltag in der Klinik einschließen lassen wolle und behielt zeitlebens den Blick und die Zeit seinen philosophisch-wissenschaftlichen Interessen zu folgen. (Autor: Dr. Stefan Dammers)

Unser Foto zeigt Susanne Futterleib mit Preisurkunde. Fotografiert von Christian Häcker (Klicken für große Ansicht)