Katholisches Krankenhaus St. Johann Nepomuk Erfurt Caritasverband Erfurt

Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik

Angehörigenarbeit

Wenn ein Familienmitglied psychisch erkrankt, sind auch die Angehörigen mit betroffen. Häufig stürzt die Erkrankung ganz unerwartet auf die gesamte Familie ein. Unsicherheiten im Umgang mit dem Kranken und immer wiederkehrende Enttäuschungen belasten die familiäre Situation über Jahre. Die Angehörigen werden in der Auseinandersetzung mit dem Erkrankten permanent in ihre eigenen Grenzen verwiesen.

Für die Behandlung und Rückfallvermeidung ist daher ein angemessener Informationsstand der Angehörigen über die Krankheitsbilder und ein adäquater Umgang mit den Betroffenen von großer Bedeutung.
Wir betrachten daher die Arbeit mit den Angehörigen als einen wichtigen Bestandteil der Behandlung unserer Patienten.

Der Kontakt zu den Angehörigen wird von den Ärzten, der Sozialarbeiterin und den Mitarbeitern des Pflegepersonals in Einzelgesprächen gehalten. In der Regel wird bei diesen Angehörigengesprächen mit allen Beteiligten gearbeitet. Diese Zusammenarbeit ermöglicht es, einen Behandlungsplan zu erstellen, der das soziale und familiäre Umfeld des Patienten mit einbezieht.

In den Gesprächen werden die Angehörigen individuell über die Möglichkeiten im Anschluss an den Krankenhausaufenthalt beraten. Sie finden Unterstützung in Fragen zur finanziellen und sozialen Absicherung, erhalten Informationen über sozialrechtliche Ansprüche. Ziel ist es auch, in dieser konkreten Belastungssituation, in der es zur Krankenhausaufnahme kam, Hilfe anzubieten und eine konstruktive Bewältigung zu ermöglichen.

Um das Verhalten des Familienmitgliedes verstehen zu können, ist es oftmals von Vorteil, sich neben dem Einzelgespräch mit unseren Mitarbeitern auch mit anderen betroffenen Angehörigen auszutauschen. Aus diesem Grund plant die Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik den Aufbau einer Angehörigengruppe. Diese Gruppe soll Hilfestellung in Form von Information, Aufklärung und Austausch bieten.

Themenschwerpunkte

  • Symptomatik und Verlauf verschiedener Krankheitsbilder
  • medikamentöse, psychotherapeutische und psychosoziale Hilfen
  • Umgang im Alltag
  • Umgang mit Krisen
  • Vorstellung komplementärer Einrichtungen

In der Gruppe geht es nicht nur um eine reine Wissensvermittlung, sondern auch darum, sich über die Erfahrungen und Erlebnisse im Zusammenleben mit dem psychisch Kranken auszutauschen und sich gegenseitig bei der besseren Lösung von Alltagsproblemen und Schwierigkeiten zu unterstützen.

Kontaktaufnahme: Dipl. Sozialarbeiter Rolf Zeidler, Telefon: 0361 / 654 1481