Nepomuk

Behandlung

Bei der Entstehung seelischer Störungen spielen psychische, soziale und körperliche Bedingungen eine Rolle. Deshalb umfasst unser ganzheitlicher Therapieansatz vielfältige Behandlungsangebote: psychologische und soziotherapeutische als auch pharmakologische und somatische. Ausgehend von einer strukturierten Diagnostik erfolgt eine individuelle, syndromorientierte Therapie, die wir gemeinsam mit Ihnen abstimmen.
Da unsere Klinik eine Einrichtung des Katholischen Krankenhauses Erfurt ist, bieten wir bei entsprechenden Fragestellungen die Vorteile der sowohl fachübergreifenden als auch der wohnortnahen Versorgung.

Unsere Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik arbeitet mit allen regionalen Institutionen der psychiatrischen und suchtmedizinischen Hilfe zusammen. Dazu gehören u. a. der Sozialpsychiatrische Dienst, die psychosozialen Kontakt- und Beratungsstellen, Suchtberatungsstellen, Übergangswohnheime und betreute Wohneinrichtungen.

Für Ihre Behandlung nutzen wir die vielfältigen Therapieangebote unserer großen und modernen Klinik:

Ergotherapie


Ziel der Werktherapie ist das Erreichen von größtmöglicher Selbständigkeit und Unabhängigkeit im Alltags- und/ oder Berufsleben. Dabei steht im Vordergrund, eine durch Krankheit verlorengegangene Handlungsfähigkeit im Alltagsleben wieder zu erreichen. Hierfür stehen gestalterische (Seidenmalerei, Speckstein, bildnerisches und textiles Gestalten, Keramikarbeiten) und handwerkliche (Korbflechten, Holzarbeiten, Emailarbeiten) Techniken zur Verfügung. Kognitives (Gedächtnis- und Computertraining) und lebenspraktisches (Hauswirtschaft) Training ergänzen unser Angebot. Für die Patienten des Fachbereichs neuropsychiatrische Altersmedizin führen wir funktionelle Therapien durch. Durch Lähmung eingeschränkte Funktionsfähigkeit, z.B. der Hand beim Anziehen, Körperpflege, Essen, Schreiben, werden gezielt beübt.
Für jeden Patienten ergeben sich Zielsetzungen. So kann z.B. die Entwicklung von gesundem Selbstbewusstsein und eigenen Bedürfnissen, Fertigkeiten bei Handlungsabläufen, der Aufbau von Beziehungsfähigkeit oder auch Alltagskompetenz ein Therapieziel sein. Gemeinsam mit dem Patienten suchen unsere Ergotherapeuten das individuelle Therapieziel und begleiten ihn auf seinem Weg zurück in die Normalität.

Krankenpflege

Die Pflege psychiatrisch erkrankter Patienten geht weit darüber hinaus, das Augenmerk ausschließlich auf Defizite und krankheitsbedingte Einschränkungen zu richten. Ein wichtiger Faktor ist die aktive Beteiligung und Verantwortung der Patienten für ihre Genesung. Unsere Pflegekräfte in der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik schaffen einen Rahmen für ihre Behandlung, der einerseits krankheitsbedingte Einschränkungen wahrnimmt und berücksichtigt, andererseits aber auch auf vorhandene Stärken und Ressourcen eingeht. Die Erhaltung und Wiederherstellung größtmöglicher Eigenständigkeit und Unabhängigkeit werden so bestmöglich gefördert. Hierzu gehört u. a. ein Tages- und Wochenplan, der für jeden Patienten individuell erstellt wird. Therapie und Aktivität stehen hierbei in einem ausgewogenen Verhältnis zu Ruhe- und Entspannungsangeboten. Kleinere Stationsdienste, wie die Zubereitung von Speisen, die Durchführung von Stationsversammlungen, gemeinsame Außenaktivitäten sowie Spiel-, Sport- und Bastelangebote sind Elemente des Stationsalltags, für dessen Gelingen Pflegekräfte und Patienten im Sinne der tätigen Gemeinschaft gleichermaßen verantwortlich sind.
Darüber hinaus begleiten und unterstützen unsere Pflegekräfte die Patienten bei der Auseinandersetzung mit ihrer Krankheit. Gemeinsam werden schwierige Situationen ausgehalten und überwunden.
Zur Vorbereitung auf die Zeit nach der Krankenhausbehandlung hilft unser Pflegeteam je nach Bedarf bei der Kontaktaufnahme zu Angehörigen und Nachbarn, bei der Wiedererlangung eines ausgewogenen Tag- und Nachtrhythmus oder beim Training anderer, eventuell verloren gegangener Alltagsfähigkeiten, wie z.B. Einkaufen, Kochen, sinnvolle Freizeitgestaltung oder das adäquate Eintreten für eigenen Interessen. Die Pflege beteiligt sich ebenso an der Durchführung therapeutischer Maßnahmen und arbeitet mit anderen Berufsgruppen der Abteilung eng zusammen. Regelmäßige Teilnahme an Supervision und Fortbildung hilft dabei, die Arbeit des Pflegedienstes zu reflektieren und neue Erkenntnisse in die Pflege einzubeziehen.

Neurophysiologie

Neuropsychiatrie und neurodegenerative Erkrankungen sind Schwerpunkte unseres leitenden Oberarztes, Dr. med. Gerhard Zegowitz. Mittels eines digitalen Labors bietet er eine umfassende Diagnostik an. Folgende Untersuchungsmethoden sind hierbei möglich:

Elektroenzephalographie (EEG)
Bei dieser Untersuchung zeichnen wir die Hirnströme, die durch die Aktivität von Nervenzellen entstehen, auf. Diese werden mittels Oberflächenelektroden am Kopf gemessen. Routinemäßig wird ein Ruhe-EEG aufgezeichnet, bei speziellen Fragestellungen können in Ergänzung Provokationsmethoden (z.B. Hyperventilation und Photostimulation) angewendet werden. Die Bedeutung des EEGs liegt in der Diagnostik von Epilepsien, von Herdbefunden (z.B. bei im Schädel gelegenen Blutungen) und in der Beurteilung von Bewusstseinsstörungen.

Elektroneurographie (ENG)
Mit dieser Untersuchungsmethode können Nervenschädigungen durch Bestimmung der Nervenleitgeschwindigkeiten diagnostiziert und lokalisiert werden. Dabei werden elektrische Reize auf den Nerven übertragen und mit einer weiter entfernt aufgebrachten Elektrode aufgezeichnet.

Elektromyographie (EMG)
Sie misst die elektrische Aktivität von Muskelzellen. Dabei wird eine dünne Nadel in den Muskel eingestochen. Bei verschiedenen Muskel- und Nervenerkrankungen können Veränderungen der Aktionspotentiale und krankhafte Spontanaktivität beobachtet werden.

Evozierte Potentiale (EP)
Diese geben Auskunft darüber, ob Sinnesorgane, die Nervenleitung von den Sinnesorganen zum Gehirn oder die Reizverarbeitung gestört sind. Dazu wird durch einen spezifischen Reiz das Sinnesorgan stimuliert. EP werden zur Prüfung verschiedener Sinnesqualitäten angewendet:

  • Visuell evozierte Potentiale (VEP): Betrachten eines flackernden Schachbrettmusters zur Prüfung der Sehbahn
  • Akustisch evozierte Potentiale (AEP): Hören eines kurzen Klick-Tons zur Überprüfung der Hörbahn
  • Somatosensorisch evozierte Potentiale (SEP): Reizung eines Bein- oder Armnervs zur Überprüfung sensibler Bahnen
  • (Repetitive) Transkranielle Magnetstimulation (RTMS/TMS) / Motorisch evozierte Potentiale (MEP): Reizung der motorischen Hirnrinde mittels Magnetfeld zur Überprüfung motorischer Bahnen. Dieses Verfahren wird auch zur Therapie (z.B. bei Depressionen) eingesetzt.

Physiotherapie

Verschiedene Entspannungsverfahren und konzentrierte Körpertherapien ermöglichen ein individuelles Eingehen auf das Beschwerdebild eines jeden Patienten. Gemeinsam mit Ihnen trainieren wir die Wahrnehmung Ihrer eigenen Körpersignale und einen besseren Umgang mit dem eigenen Selbst.


Die kommunikative Bewegungstherapie bietet einen verhaltenstherapeutischen Ansatz, indem Verhaltensweisen erlebbar und somit bewusst gemacht werden. Damit befähigen wir wiederum zu einem bewussteren und selbstsicheren Umgang mit dem jeweiligen Umfeld.


Als Hilfe zur Selbsthilfe in der Alltagsbewältigung, so z.B. bei Schwindel, Kreislaufstörungen sowie Wirbelsäulen- und Gelenkerkrankungen, ermitteln wir verschiedene Übungsformen. Ältere Patienten erfahren beispielsweise, wie sie über eine angemessene und freudebetonte Bewegungstherapie ihr Allgemeinbefinden erheblich verbessern können und aktiver werden.


Unsere physiotherapeutischen Maßnahmen tragen dazu bei, dass Sie sich in Ihrer eigenen " Haut" wieder wohlfühlen.

Psychotherapie

Die Gesprächstherapie erfolgt angepasst an die individuelle Situation des Patienten entweder als aufdeckende, tiefenpsychologisch orientierte Psychotherapie oder als Verhaltenstherapie. In beiden Verfahren stehen Ihnen ausgebildete Therapeuten zur Verfügung. Je nach Krankheitsbild sind Einzel- oder Gruppengespräche geeignete Mittel der Wahl, zum Teil auch in Kombination.
Der Chefarzt und die Leitende Psychologin unserer Klinik sind ausgebildete Supervisoren.

Vollstationäre Behandlung

Hierbei handelt es sich um die klassische Krankenhausbehandlung. In deren Fokus die Integration des Patienten in ein engmaschiges Therapieangebot steht, das von den unterschiedlichen Berufsgruppen getragen wird. Hierzu gibt es einen Therapiepass.

Während der Behandlung ist der Kontakt des Patienten zu seinem persönlichen sozialen Umfeld wichtig. Unsere Besuchszeiten sind deshalb sehr umfänglich gestaltet, begründete Ausnahmen werden akzeptiert. Im Rahmen von Aufenthalten im persönlichen, gewohnten Umfeld, wie der eigenen Wohnung, überprüfen wir während der stationären Behandlung die Therapieerfolge.

Für jeden unserer Patienten stellen wir die Therapiepläne individuell zusammen. Hierbei spielen das Therapieziel und die gegenwärtige Belastbarkeit wichtige Rollen. Im Fall einer akuten Krankheitsphase des Patienten ist es z.B. denkbar, diesen von anstrengenden Therapien freizustellen. Mit wieder zunehmender Besserung und Belastbarkeit nimmt dann auch die Dichte des Angebotes zu.
Andere Erkrankungen des Patienten bedingen mitunter direkt ab Beginn seines stationären Aufenthaltes eine sehr intensive Betreuung.
Ein Beispiel für einen möglichen Therapieplan finden Sie hier.

Teilstationäre Behandlung (Tagesklinik)

Für Menschen mit seelischen Erkrankungen bietet unsere Tagesklinik eine wohnortnahe, teilstationäre psychiatrische und psychotherapeutische Therapie. Unsere Behandlungsangebote richten sich an Patienten, bei denen eine ambulante Behandlung nicht mehr ausreichend erscheint und eine vollstationäre Behandlung nicht notwendig ist. Eine tagesklinische Weiterbetreuung kann auch im Anschluss an einen vollstationären Aufenthalt sinnvoll sein.

Die Therapiepläne stellen wir für jeden unserer Patienten individuell zusammen. Hierbei orientieren wir uns am Therapieziel und der derzeitigen, persönlichen Belastbarkeit des Patienten. In einer sehr akuten Krankheitsphase ist es z.B. denkbar, von anstrengenden Therapien freizustellen. Mit zunehmender Besserung und Belastbarkeit nimmt dann die Dichte des Angebotes wieder zu.
Andere Erkrankungen bedingen mitunter eine sehr intensive Betreuung des Patienten direkt ab Beginn des Aufenthaltes in unserer Klinik. Der hier aufgezeigte Therapieplan ist deshalb nur ein Beispiel.